Fahrzeugausbau eines Mercedes Vario 815 4x4

Philosophie:

 Wir wollten ein WoMo haben, dass für einen Temperaturbereich von -40 bis +40 Grad ausgelegt ist – und zwar fahrzeugseitig wie auch wohnseitig. Innerhalb dieses Temperaturbereiches soll im Inneren ein angenehmes Wohnklima herrschen und der Wagen sollte ohne Probleme starten und laufen.                      

Er soll nicht zu groß werden um ihn auf engen Supermarktparkplätzen, Campingplätzen oder in ausländischen Städten noch einigermaßen bequem handhaben zu können – außerdem muss er unbedingt durch unsere Garteneinfahrt passen. Es gibt genügend niederige Tunneldurchfahrten, enge Gebirgsstraßen mit Felsüberhang oder im aussereuropäischem Ausland abenteuerliche Brücken mit unbestimmer Tragfähigkeit, da ist man froh ein etwas kleiners Fahrzeug zu besitzen. Wir setzten uns das Limit von 6,5m Länge, 3,2m Höhe und 2,3m Breite.

Es sollte innen so beschaffen sein, dass 2 Erwachsene und ein Bobtail (Schottischer Schäferhund mit 45kg Gewicht) genügend Platz für sehr lange Winterabende finden. Die Sitzgruppe sollte großzügig bemessen sein, da wir auch z.B. Weihnachten und Sylvester darin verbringen mit großem Gedeck wie Fondue u.ä. Am Abend wird sie zu einem großen Bett mit den Maßen von 186cm Länge und (169) 177cm Breite umgebaut. Die Inneneinrichtung sollte möglichst gemütlich werden (Hüttencharakter), die mittels astreichem und geöltem Fichtenholz sowie einer Warmtonbeleuchtung realisiert wurde.                             

Das Fahrzeug sollte geländegängig sein um nicht vor jeder nassen und sumpfigen Wiese, zugeschneitem Parkplatz, Waldwegen, nicht geräumten Steigungen, Sand- oder Schlammpassagen usw. kapitulieren zu müssen. Alles sollte möglichst unkaputtbar, evtl. redundant und unter Verwendung von Original- oder Standardteilen gebaut werden.                                                                           

Normale WoMo´s kamen wegen der nicht ausreichenden Bodenfreiheit und fehlenden Gelänedgängikeit sowei der lappigen Leichtbauweise nicht in Betracht. VW T3 Synchro, Landys oder Toyos waren für unsere Bedürfnisse zu klein. Sie hätten aber den riesigen Vorteil dass sie in einen der genormten Container passen und damit ist ein Seetransport wesentlich leichter zu organisieren - es kann  z.B. auch nichts aus dem verschlossenen Container gestohlen werden. Unimogs, VW-MAN oder kleiner MAN´s bis 7,5t. z.B. mit Kofferaufbau wie dem legendären LAK II, Zeppelin Shelter oder Dornier FM2 wären für mich eine Alternative, stießen aber bei meiner besseren Hälfte wegen ästetischen Gründen auf Ablehnung. Rundhauber, Magirus - Deutz, Tatra, Ural, IFA, MAN KAT usw. sind schwerer als 7,5t. und mir aus o.g. Gründen zu groß.

                                                                                                                         

Für richtig schweres Gelände ist er nicht so geeignet, da bräuchte er eine noch größere Bodenfreiheit und größere Reifen. Allrad ist aber für einen Overlander  hauptsächlich nützlich um abgelegene Schlafplätze zu finden ansonsten kommt man auch gut ohne zurecht - nur äußerst stabil muss das Fahrzeug sein.

                                                                                                                    

Dafür ist er recht flott auf Landstraßen und Autobahnen unterwegs und mit der Größe noch absolut "ALLTAGSTAUGLICH". Das heisst, dass man z.B. auf jedem Parkplatz beim Einkaufen oder in einer Großstadt noch ein Plätzchen findet - so fern noch einer da ist.......Und mit der Breite des Fahrzeuges und dem Wendekreis komme ich auch noch gut in den oftmals engen Städten, engen Alpenpässen oder engen Waldwegen usw. usw. zurecht.

Nun, nach jetzt 5 Jahren Erfahrung würde ich mich heute wieder für das ganz gleiche Konzept entscheiden - für UNSERE Bedürfnisse ideal. Auch bin ich sehr froh, kein BlueTec zu haben weil dies für wirkliche Fernreisen nicht geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                                 

Basisfahrzeug.

Als Basisfahrzeug wählten wir einen Mercedes Vario 815 DA-KA, also einen 4,2L Turbodiesel mit Intercooler, 7,49t. Kastenwagen mit Allradantrieb,.

 

Nach sehr langen Überlegungen und unseren Erfahrungen von zweier Winterurlauben in Lappland und Nordkap kamen wir zu der Überzeugung, dass für unsere Reisen ein Sperrdifferential nicht ausreicht sondern ein Allrad besser geeignet ist. Es sollte ein Kastenwagen werden weil meine Erfahrungen zeigten, dass geklebte Kabinen bei diesen extremen Temperaturen (z.B. -40 Grad) undicht werden – Sikaflex wird dann laut dem Laborblatt glashart. Die Rostanfälligkeit des Kastens musste ich in Kauf nehmen. Der Wagen ist mit Motorbremse, Druckluftbremse, ABS, Flammstartanlage, el. Motorvorheizung, 10kW Standheizung, heizbaren Sitzen und  Fahrzeugklimaanlage ausgestattet.

In Planung ist ein größerer Tank sowie ein geheizter Wasserabscheider und ein geheizter Diesel Vorfilter denn für die modernen Motoren kann eine mindere Kraftstoffqualität sowie Verunreinigungen und ein hoher Wasseranteil im Diesel  - wie oftmals im Fernreiseeinsatz zu finden sind - zu Problemen an der Einspritzanlage führen. - Dies wurde 2009 realisiert, die Bilder folgen..

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